Die Sperrzone von Tschernobyl – ein Ort an dem die Vergangenheit auf die Zukunft trifft

Die Explosion am Kraftwerk Tschernobyl erfolgte im April des Jahres 1986. Das Ergebnis der Zerstörung des Reaktorblocks 4 war eine enorme Ausschüttung von radioaktiver Strahlung, welche vielen Menschen das Leben kostete. Tausende Kilometer verstrahlter Fläche resultieren in eine 30 Kilometer lange Sperrzone, aus welcher nach und nach alle Bewohner evakuiert wurden.

Die 30km lange Sperrzone von Tschernobyl besteht aus verlassenen Gegenden mit verwaisten, teils zerstörten Häusern und Gebäuden.

In der Sperrzone von Tschernobyl gibt es eine Vielzahl von Orten, die den Geist des damaligen schrecklichen Geschehens immer noch wiedergeben. Das Dorf Kopatschi befand sich in 4 km Entfernung von dem Kernkraftwerk Tschernobyl, und hat deswegen eine erhebliche Dosis Radioaktivität abbekommen. Nach der Havarie wurde es im Rahmen des Dekontaminations programms von der Karte gestrichen: Die Häuser wurden dem Boden gleichgemacht und begraben.

Pripjat, einst eine Stadt für junge Leute

Das Durchschnittsalter betrug gerade mal 26 Jahre. Genau dies war der Wohnort vieler Angestellter des Kernkraftwerks, und eben diese Stadt musste komplett evakuiert werden. Verlassen und halb zerstört, gibt die Stadt jetzt langsam aber sicher der Natur nach. Aufgrund des Wildwuchses, welcher die Stadt überdeckt, ist es bereits schwer rauszufinden, auf welcher Straße von Pripjat man sich gerade befindet.

Erlebnispark in der Sperrzone

Dieser Park wurde für die Anwohner von Pripjat im Frühling 1986 erbaut. Ein großes Eröffnungsfest war für den ersten Mai geplant, doch den Menschen wurde ihr Fest entnommen und der Park wurde nie genutzt. Die verrosteten Karusselle und die Überreste der festlichen Vorbereitungen sehen aus wie Dekoration für einen postapokalyptischen Filmdreh im Park.

Reactor Block 4

Genau der, in welchem die Explosion erfolgte. Heute ist er von einem Sarkophag umhüllt, weswegen man sich ihn nicht mehr anschauen kann. Doch sich vorzustellen, wie es vor dem Unfall aussah, das geht. Links von ihm befindet sich Reaktorblock 3, welcher ein Spiegelbild des Vierten war. Im November von 2016 wurde der Reaktorblock 4 von einem neuem Sarkophag mit einer Lebenszeit von 100 Jahren überdeckt. (New Safe Confinement)

«Roter Wald»

Der Fichtenwald, der an dem Kraftwerk angrenzte hat eine solche Dosis radioaktiver Strahlung abbekommen, dass alle Bäume innerhalb von 30 Minuten ihre Farbe von Grün auf Rot wechselten. Als Folge der Bestrahlung starben innerhalb einer Fläche von ca. 10 Quadratkilometern viele Tiere und Pflanzen. Der Großteil der Bäume wurde nach dem Vorfall begraben. Heute ist die Sperrzone mit neuen Büschen und Bäumen überwachsen. Dort leben Luchse, Wölfe, Füchse, Bären und viele andere Tiere und Vögel.

Die Zeit steht hier still

Wer in der Sperrzone ankommt begeht eine Zeitkapsel und doch gleichzeitig begreift man, dass die Zukunft nach dem Verschwinden der Menschheit vermutlich genauso aussehen könnte. Die Sperrzone von Tschernobyl – ein Ort wo Leben auf Tod und die Vergangenheit auf die Zukunft treffen.

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